Die Autorin
Beatrice Voglrieder wurde am 16. Februar 1970 in München geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin und ihr Berufsbild zieht sich von der Sekretärin über die Geschäftsleitungsassistentin bis hin zur Abteilungsleiterin, Niederlassungsleitung und Geschäftsführerin.
Heute ist sie Autorin, Journalistin über den Deutschen Fachjournalistenverband und bekleidet ehrenamtlich das Amt des Pressewarts des TSC Dancepoint e.V. und ist Beauftragte des Pressesprechers des Landestanzsportverbandes Bayern.
Zu ihren Hobbys zählt neben dem Schreiben auch die Photografie und der Turniertanz, bei welchem sie bereits große Erfolge erzielte.
Diverse Kurzgeschichten von Beatrice Voglrieder wurden bereits im Rahmen von Literaturwettbewerben in verschiedenen Anthologien prämiert.
Seit Ende Dezember 2008 ist Beatrice Voglrieder Mitglied bei peo, einem Autorenportal, und fand hier rasch den Zugang zu einer breiten Leserschaft. Seit März 2009 belegt sie Platz 1 der meist gelesenen Autoren mit einer hohen Anzahl der Bewertungen „sehr gut“ und ist auch als Blog-Autorin aktiv und zwischenzeitlich eine der beliebtesten Autorinnen im Internet - so jedenfalls die Redaktion von „Meine besten Seiten“.
Wie ich zum Schreiben kam?
Das ist eine schwierige, wenn sogar nicht peinliche Geschichte. Eigentlich begann alles, als ich noch in der vierten Klasse der Grundschule war. Wir hatten im Deutschunterricht zwei Aufsatzthemen. Ein fest vorgegebenes und wahlweise ein freies Thema. Zu dem Vorgegebenen fiel mir nichts ein. So sehr ich mich auch bemühte. So machte ich mir Gedanken, worüber ich schreiben könnte.Krimis mochte ich schon immer und so schrieb ich darauf los. Ich stellte mir die Altbauwohnung meiner Großtante vor mit ihrem Balkon, der in den Hinterhof reichte. Ich stellte mir vor, wie jemand die Hauswand hinaufkommen und sich über das Balkongeländer Zutritt zu der Wohnung verschaffen könnte, und warum.
Ich schrieb.
Der Titel hierfür war “Der Sohn, der seinen Vater ermordete.” Fertig wurde ich allerdings nicht, denn einen Krimi schreibt man nicht in einer einzigen Deutschstunde. Das weiß ich heute. Auch weiß ich heute, dass man bei einem Krimi nicht bereits im Titel verraten sollte, wer der Mörder ist. Als wir unsere Aufsätze wieder bekamen, schien es, dass ich die einzige Schülerin unserer Klasse war, die ein freies Aufsatzthema gewählt hatte. Alle Anderen hatten sich an die Vorgabe unseres Lehrers gehalten. So kam es, dass er vergaß, uns ein freies Aufsatzthema zur Verfügung gestellt zu haben und fragte: “Was ist denn das für ein Schwachsinn?” “Das ist kein Schwachsinn, das ist das freie Aufsatzthema” sagte ich schüchtern. Da fiel es ihm wieder ein, unserem Lehrer, und er las ihn vor, meinen Aufsatz. Die Klasse schwieg. Der Lehrer las. Ich schämte mich. Es war mir peinlich, mir eine Geschichte ausgedacht zu haben, und es war mir unangenehm, dass diese nun vor fünfunddreißig Schülern auch noch verlesen wurde. Ich war verunsichert über die Kommentare meines Lehrers. Im Laufe des Schuljahres wurde mein Aufsatz wieder vergessen. So lange, bis der letzte Schultag vor den Sommerferien gekommen war. Unser Lehrer suchte sich immer ein besonders schönes Heft aus, welches er zum Andenken behalten wollte. Er hatte sich meines ausgesucht. Er blätterte mein Heft durch und fragte wieder: “Was ist denn das?” “Ein Mann, der seinen Vater ermordete?” fragte der Lehrer weiter. “Das freie Aufsatzthema.” antwortete ich kurz mit hochrotem Kopf. Er lächelte, packte mein Heft ein und sagte nichts mehr.
Ein anderes Mal schrieb ich eine Geschichte über einen Igel. Eine Kindergeschichte. Das Schreiben und Phantasieren bereitete mir großen Spaß. Ich erinnerte mich wieder an die Erlebnisse meines freien Aufsatzes. Etwas anderes war es nicht, was ich hier tat. So hatte ich meine Geschichte über den Igel zu Ende geschrieben und zerriss sie in sehr kleine Teile, damit niemand mehr etwas damit anfangen konnte.
Es vergingen Jahre. Ich schrieb nie wieder, wenn ich nicht musste. Als ich mit über zwanzig Jahren eine Reitbeteiligung auf einem Pferd hatte, erlebte ich sehr schöne Dinge mit dem Tier und ich konnte mich richtig in das Pferd hineinversetzen. Ich stellte mir vor, was es wohl denken könne, wie ich so auf seinem Rücken spazieren schaukelte. Ich hatte einen Titel für ein Buch und ich schrieb ihn in ein Notizbuch, in welches ich das Manuskript schreiben wollte. Bei dem Titel blieb es auch. Der Titel stand darin und ich legte es zur Seite. Eines Tages kam ich zu einem Hund. Wir hatten viele lustige Erlebnisse. So nahm ich mein Notizbuch mit dem Titel für die Pferdegeschichte, riss sie heraus und begann zu schreiben. Ich hatte drei Kapitel geschrieben. Dann stellte ich das Büchlein wieder in den Schrank. Ich zog um. Meine drei Kapitel im Schrank auch. Weitere Jahre später bekam ich einen Computer. Um mein Notizbuch nicht zu verlieren, tippte ich meine drei Kapitel ab. Eines Tages zeigte ich es mit hoch rotem Kopf und unter dem Siegel der Verschwiegenheit meiner Mutter. Die drei Kapitel gefielen ihr. Dann hatte ich einen Kollegen, der früher als Lektor gearbeitet hatte. Auch mit rotem Kopf und dem Siegel der Verschwiegenheit zeigte ich es ihm. Es gefiel ihm. Er sagte sogar, ich solle unbedingt weiter machen. Mir viel mein Lehrer ein. Die Datei mit den drei Kapiteln blieb in meinem Computer. Im laufe der Zeit erlebte ich immer mehr Geschichten mit meinem Hund und ich stellte fest, ich begann zu vergessen. Ich wollte nichts vergessen, was ich mit meinem Tier erlebt hatte. So schrieb ich weiter, und wenn es nur zu meiner eigenen Erinnerung war. Trotzdem zeigte ich es meiner Mutter. Es gefiel ihr. Ich zeigte es meinem damaligen Freund. Es gefiel ihm. Ich schrieb verschiedene Verlage an. Es wollte keiner. Ich hatte einen anderen Kollegen, der nebenbei als Autor arbeitete. Ich zeigte es ihm und es gefiel auch ihm. Der Autorenkollege sagte mir alles, was ich wissen musste in Bezug auf Verlage. Er bestand fast darauf, dass ich es veröffentlichen ließ. Ich telefonierte mit dem Verlag. Ein Jahr später schickte ich das Manuskript zu dem Verlag. Schon zwei Tage später hatte ich den Vertrag des Verlages. Ich unterschrieb. Bald bekam ich das erste Exemplar meines Buches und las Korrektur, aber es gefiel mir nicht mehr. Eine Freundin las es und war begeistert. Eine andere las es und fand es schlecht. Wieder eine andere Freundin las es und fand es süß. Eine andere las es und fand es toll und eine weiteren Leserin langweilig. Dann fanden sich gleich zwei Leser, die es absolut super fanden. Ich las und korrigierte. Korrigierte und las. So lange, bis es auch mir gefiel. Jetzt mag ich es nicht mehr lesen und hoffe, dass sich nun andere Menschen finden, die es lesen mögen und denen es gefällt. Den zweiten Teil hatte ich auch schnell fertig. Und ich begann ein neues und noch eines und ich schrieb und schreibe auch heute noch.
Nur einen Krimi habe ich noch nicht geschrieben.









